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Präqualifikation (PQ): Wann sich das amtliche Verzeichnis lohnt

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Wer regelmäßig an öffentlichen Ausschreibungen teilnimmt, legt bei jedem Angebot dieselben Eignungsnachweise erneut bei. Die Präqualifikation (PQ) bündelt diese Nachweise einmalig in einem amtlichen Verzeichnis – und spart bei jeder folgenden Ausschreibung Zeit. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, wie oft Sie anbieten.

Was Präqualifikation bedeutet

Präqualifikation ist die vorgelagerte, auftragsunabhängige Prüfung der Eignung eines Unternehmens. Eine anerkannte Präqualifizierungsstelle prüft Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit und trägt das Unternehmen in ein amtliches Verzeichnis ein. Für Bauleistungen ist das der Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen (Liste des Vereins Präqualifikation VOB); für Liefer- und Dienstleistungen gibt es das amtliche Verzeichnis (AVPQ).

Welche Nachweise die PQ ersetzt

Statt bei jedem Angebot Einzelnachweise beizulegen, genügt der Verweis auf die PQ-Nummer. Das Verzeichnis deckt die Standard-Eignungsnachweise ab:

  • Eintragung ins Handels-/Berufsregister
  • Unbedenklichkeitsbescheinigungen (Finanzamt, Krankenkassen, Berufsgenossenschaft)
  • Umsatzangaben und Angaben zur Zahl der Beschäftigten
  • Referenzen über vergleichbare Leistungen
  • Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung

Für wen sich die Präqualifikation rechnet

Die PQ verursacht laufende Kosten (Erstprüfung plus jährliche Aktualisierung) und Aufwand. Sie rechnet sich vor allem für Betriebe, die häufig anbieten: Der Zeitgewinn pro Angebot summiert sich, und die Aktualität der Nachweise ist dauerhaft sichergestellt.

Wer nur gelegentlich an Ausschreibungen teilnimmt, kommt mit der Einzelnachweisführung oder der Eigenerklärung (EEE bei EU-Verfahren) günstiger weg. Wichtig: Eine PQ ist nie Teilnahmevoraussetzung – Auftraggeber müssen die Einzelnachweise gleichwertig akzeptieren.

Häufige Fragen

Ist eine Präqualifikation für öffentliche Aufträge Pflicht?

Nein. Die PQ ist eine freiwillige Erleichterung. Auftraggeber müssen alternativ die Vorlage von Einzelnachweisen oder – bei EU-Verfahren – die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) als gleichwertig zulassen.

Was kostet die Präqualifikation?

Es fallen eine Gebühr für die Erstprüfung und eine jährliche Gebühr für die Aufrechterhaltung an. Die genaue Höhe hängt von der Präqualifizierungsstelle und der Unternehmensgröße ab. Dem stehen der Zeitgewinn und die dauerhafte Nachweisaktualität gegenüber.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Zuletzt aktualisiert am 9.7.2026.

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